Donnerstag. 21. 09. 2017
  // von Henrik Ostermann

Durchführung einer Bestandsaufnahme

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Praxisbericht Bestandsaufnahme

Die Durchführung einer Bestandsaufnahme ist nicht nur für den Immobilienerwerb interessant, sondern ist auch als Grundlage für eine (Neu-)Ausschreibung unerlässlich. Dabei spielen der allgemeine Zustand des Gebäudes, die Größe und Aufteilung der Räume, evtl. verdeckte Mängel und Schäden und die Betriebskosten eine wichtige Rolle. Je genauer der Besitzer/Käufer über das Gebäude Bescheid weiß, desto besser kann er seine Möglichkeiten und Folgekosten einschätzen.

 

Vorbereitung ist die halbe Miete

Die erste und naheliegendste Quelle, die jedoch häufig nicht bedacht wird, ist bereits vorhandene Unterlagen zu nutzen. Wichtige Unterlagen sind Genehmigungspläne, Bestandspläne, Pläne die mögliche Umbaumaßnahmen dokumentieren sowie Rechnungen über Baumaterial und Handwerker. Reparaturen oder Wartungsarbeiten dokumentieren die zeitlichen Intervalle der Gebäudepflege und Instandhaltung. Mithilfe dieser Unterlagen werden einige wichtige Basisinformationen zusammengestellt, die den Beginn der Bestandsaufnahme markieren. Mit den wesentlichen Gebäudedaten wird ein erster, konkreter Eindruck bezüglich des Objekts gemacht.

Eine Checkliste zur technischen Bestandsaufnahme dient als einfaches Hilfsmittel, mit der ein vorhandenes Gebäude ausführlich dokumentiert und bewertet werden kann. Erfahrungen zeigen, dass sich durch eine Kategorisierung der verschiedenen Bauwerke (KGR 300 Baukonstruktionen und KGR 400 Technische Anlagen) im Gebäude eine übersichtliche und systematische Vorgehensweise nachweisen lässt.

Muster einer Checkliste für eine Bestandsaufnahme

Die Checkliste sollte individuell an jedes Projekt angepasst werden (Quelle: rotermund.ingenieure)

 

Bauwerksbegehung

Die Bauwerksbegehung, wie eine Bestandsaufnahme auch genannt wird, ist die wichtigste Methode um sich vor Ort ein Bild des Gebäudes zu machen. Sie sollte gründlich und strukturiert durchgeführt werden. Hier ist es ratsam neben der fachlichen Hilfe einen weiteren Ansprechpartner wie z.B. einen Hausmeister für Schulen hinzuzuziehen. Dieser ist mit den Tagesabläufen sowie den technischen Anlagen vertraut und kann bei Bedarf detailliertere Informationen geben.

Ziel der Bestandsaufnahme ist eine detaillierte Erfassung des Anlagenbestands. Je umfassender und detaillierter die Bestandsaufnahme vorgenommen wird, desto zielorientierter und konkreter kann z.B. eine Ausschreibung für zukünftige Dienstleister gestaltet werden.

Die Ergebnisse, also technische Daten, Anzahl und Zustand der Anlagen, werden daher in der Bestandsaufnahme schriftlich festgehalten und durch Bilder ergänzt. Hierbei stehen besonders die Mängel und Auffälligkeiten im Vordergrund.

 

Lesetipp: In vielen Vergabeprojekten ist die Datenlage lückenhaft. Um den Mehraufwand einer Bestandsaufnahme in den kommenden Jahren zu vermeiden, sollten die Daten daher kontinuierlich gepflegt werden. Lesen Sie hierzu auch den Blog-Beitrag „Von der Suche nach (Bestands-)Daten“ von Prof. Rotermund.

 

 

— Über den Autor —

Henrik Ostermann unterstützt als Projektleiter bei rotermund.ingenieure verschiedene Projekte zur Optimierung der Gebäudenutzungskosten. Nach seinem Abschluss des Umweltingenieurwesens hat er den Master Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen an der HAWK Holzminden absolviert.

Ihr Kontakt/Ansprechpartner:

Henrik Ostermann

rotermund.ingenieure
Pfennigbreite 8
37671 Höxter

Tel.: +49 (0) 5271 697 9998

henrik.ostermann@rotermundingenieure.de